NATIONALLIGA A

NEXT GAMES

03.02 La Chx.d.F. vs. Bettlach
03.02 Martigny vs. Belpa

SPIELPLAN / TABELLEN
 Mannschaft   TV   Punkte 
 OWR   102 : 28   35  
 GRL   80 : 28   27  
 SLI   73 : 54   23  
 MAR   61 : 43   19  
 BLP   62 : 44   16  
 CHX   50 : 48   15  
 KRZ   30 : 58   12  
 BWT   27 : 89   5  
 BTT   17 : 110   1  

NATIONALLIGA B
NEXT GAMES
02.02 Belpa II vs. Gals
02.02 Oberwil II vs. Grenchen II
03.02 Hägendorf vs. Horgenberg

SPIELPLAN / TABELLEN


 Mannschaft   TV   Punkte 
 HHA   85 : 43   25  
 GAL   89 : 42   24  
 GR2   77 : 51   16  
 OW2   45 : 42   16  
 BL2   32 : 70   3  
 PHX   28 : 108   3  



Sandro Morello ist eine grosse Nummer im internationalen Streethockey-Sport. Vier Mal wurde er mit der kanadischen Nationalmannschaft Weltmeister ehe er in der Saison 2008/2009 auch ein Gastspiel in der Nationalliga A gab. Inzwischen hat Morello auf die andere Seite der Bande gewechselt und reist im Juni mit dem kanadischen Team nach Zug. Wir haben mit ihm über seine Erinnerungen an die WM 2003 in Sierre oder sein Gastspiel in der Schweiz gesprochen und wollten auch wissen, warum Kanada seit 8 Jahren auf WM-Gold wartet.




Sandro, du bist eine "Big Number” im Streethockeysport, unter anderem wurdest du mit Kanada vier Mal Weltmeister. Vor einigen Wochen wurdest du als neuer Assistenz-Coach von Team Kanada für die WM in Zug vorgestellt. Das muss für dich sehr spannend sein dieses neue Kapitel in deiner Karriere zu starten?

Ich bin mir nicht sicher ob ich wirklich so eine grosse Nummer bin wie du sagst. Ich glaube ich habe einfach viel zu lange gespielt, so dass die Leute gar keine andere Wahl haben als mich zu kennen (lacht).

Ja es ist für mich sehr spannend jetzt auf der anderen Seite der Bande zu stehen. Ich weiss genau, dass ich sofort die Lust verspüren werde selber wieder zu spielen sobald die Spiele beginnen werden. Ich denke ich werde noch daran arbeiten müssen, das Spiel nicht durch die Augen eines Spielers zu sehen und immer daran zu denken dass ich jetzt Coach bin und den Fokus auf andere Details legen muss. Auch muss ich versuchen nicht zu emotional zu sein. Alles wird bestimmt ganz neu für mich sein. Zwar war ich schon Assistenzcoach während der U20-WM 2010 in Villach, aber in Zug wird sich alles noch einmal auf einem anderen Level abspielen. Die Faszination ist es zu versuchen die Goldmedaille nach so vielen Jahren zurück nach Kanada zu bringen – nur danach streben wir.


Als die WM 2003 zum letzten Mal in der Schweiz stattgefunden hat wurdest du mit Kanada Weltmeister. Was sind deine Erinnerungen an den Event in Sierre?

Klar, immer wenn du gewinnst vergisst du das nie. Es sind verschiedene Gründe warum ein solcher Erfolg einfach in deinem Kopf bleibt. Ich kann mich glücklich schätzen 7 Weltmeisterschaften bestritten zu haben und zweifellos war 2003 in Sierre die beste WM die ich je bestritten habe, nicht unbedingt auf Grund meiner persönlichen Leistung aber der gesamte Event war der Beste an welchem ich je teilgenommen habe.

Das hat viel mit dem Rahmen, den Leuten und der Organisation der WM zu tun – alles war einfach super gemacht und es war grossartig zu sehen wie die Stadt selber diese Weltmeisterschaft aufgenommen und zu einem richtigen Festival gemacht hat. Man hat gespürt, dass den Leuten dieser Anlass wichtig war und wir Kanadier wurden schön und herzlich empfangen. Auch die Tatsache, dass man in Sierre zu Fuss schnell überall war und das Rahmenprogramm mit der grossen Bühne und den Shows jeden Tag machten diese WM zu einem grossen Event. Ich habe immer gespürt dass Sierre etwas Besonderes ist, deshalb habe ich auch die Chance gepackt als ich 2009 die Möglichkeit hatte für die Sierre Lions zu spielen. Ich bin froh dass ich diese Erfahrung machen durfte und freue mich jetzt darauf in die Schweiz zurückzukehren. Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Gastspiele in der Schweiz und ich hoffe, dass ich während der WM einmal die Zeit finden werde einen Besuch in Sierre zu machen, hoffe aber auch Zug etwas besser kennenzulernen. Leider habe ich vom nördlichen Teil der Schweiz noch nicht viel gesehen.


Du hast es bereits angesprochen, dein WM-Gastspiel 2003 sollte nicht der letzte Auftritt in der Schweiz bleiben. In der Saison 2008/2009 hast du die Sierre Lions in der zweiten Saisonhälfte verstärkt, eine völlig neue Erfahrung für einen so erfolgreichen Spieler wie dich?

Ja es war eine sehr grosse Herausforderung, auch weil ich nicht genau wusste was mich erwarten würde. Ich wurde jedoch positiv überrascht wie gut organisiert die Schweizer Liga war. Es war eine intensive Zeit und die Einstellung der Spieler gegenüber dem Team und dem Sport hat mich beeindruckt. Das Niveau war sehr gut aber ich hatte anfänglich meine Probleme mit dem 4-4 System ohne Offside und damit dass praktisch jedes Spielfeld eine andere Grösse aufwies. Da wurde mir auch klar weshalb es für die Schweizer Nationalmannschaft jeweils eine so grosse Umstellung ist sich auf das internationale System umzugewöhnen. Es ist sehr schwer sich plötzlich das 5-5 System einzuprägen, wenn du das ganze Jahr hindurch im System 4-4 spielst. Ich kann mich daran erinnern, dass es Diskussionen gab das System in der Schweiz auf 5-5 umzustellen, ich hoffe das ist inzwischen geschehen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es nach einer solchen Umstellung nicht lange dauern wird bis die Schweiz mit den Tschechen, Slowaken und Kanada mithalten kann. Die Schweiz hat viele gute Spieler und wenn die Leidenschaft für den Sport immer noch gleich ist wie in 2009 dann wird die Schweiz nach der Systemumstellung viel mehr Erfolg haben.


Regelmässig verstärken Spieler aus Kanada Teams in der NLA. Was ist die Motivation für einen kanadischen Spieler in der Schweizer Liga zu spielen?

Wen ein kanadischer Junge hockeybegeistert ist, dann träumt er davon in der NHL zu spielen und den Stanley Cup zu gewinnen. Tatsächlich schafft natürlich nur ein kleiner Teil der Hockeyspieler diesen Weg in die NHL, aber die Liebe zum Sport und zum Wettkampf bleibt immer fest verwurzelt. Streethockey ermöglicht Spielern die nicht Profi-Eishockeyspieler werden können trotzdem in nationalen und möglicherweise eben internationalen Turnieren für Ihr Land aufzulaufen. Für viele ist es also eine sehr gute Alternative zum Eishockey und genauso hart. Wenn nun also die Möglichkeit da ist diesen Sport in einem anderen Land zu spielen und in einem Schweizer Team eine Führungsrolle zu übernehmen dann ist das einfach unglaublich. Jeder der diesen Sport liebt würde diese Chance nutzen wenn sich ihm die Möglichkeit bietet. Klar, wir betreiben einen Amateursport und nicht jeder hat die Möglichkeit einen solchen Schritt zu machen, ich würde es aber jedem empfehlen. Ich habe diese Zeit jedenfalls sehr genossen und werde sie nie vergessen.


Lass uns über die Kanadische Nationalmannschaft sprechen. Kanada wartet inzwischen seit 8 Jahren auf den Weltmeistertitel. Für das Mutterland des Streethockeys muss das frustrierend sein?

Ja auch für mich ist das eine grosse Enttäuschung. Ich habe mein Leben lang Streethockey gespielt und kann mich glücklich schätzen in einigen grossartigen Teams gespielt und grosse Turniere gewonnen zu haben. Das Problem am Gewinnen ist, dass du erwartest dass es so weitergehen wird. Zum ersten Mal eine WM zu verlieren war damals 2009 in Pilsen für mich sehr hart zu akzeptieren denn ich wollte meine internationale Karriere mit einem Sieg beenden, was aber leider nicht klappte. Jetzt nach 3 erfolglosen Versuchen wieder Gold zu gewinnen, denke ich dass es Zeit ist wieder einen Schritt zu machen und mit frischem Blut zu versuchen Kanada zurück an die Weltspitze zu bringen. Jeder der sich in Kanada mit Streethockey beschäftigt ist unzufrieden mit der aktuellen Situation und ich denke dass es definitiv Verbesserungen anzubringen gilt. Das Scheitern von Kanada ist aber natürlich auch ein Beleg dafür, dass der Rest der Welt in den letzten Jahren besser geworden ist. Wir müssen hier in Kanada an unserem Spiel arbeiten und schon national einen grösseren Konkurrenzkampf schaffen. Aber klar, als Amateursport ohne finanzielle Rückendeckung ist es schwierig über das ganze Land verteilt Turniere zu bestreiten. Aber trotz allem möchte ich festhalten – wenn wir an die WM reisen ist es unser klares Ziel Gold zu gewinnen, alles andere wäre eine Enttäuschung.


Es ist nicht nur so, dass Kanda an A-Weltmeisterschaften geschlagen wurde, auch bei den letzten U20-WM’s musste man den Teams aus Tschechien und der Slowakei oft den Vortritt lassen. Wieso diese Entwicklung?

Die europäischen Teams haben einen geographischen Vorteil, haben diese doch die Möglichkeit auch unter dem Jahr zu trainieren. Alle Nationalspieler spielen in einer starken nationalen Liga und man hat die Spieler schnell für Zusammenzüge und Vorbereitungsturniere zusammen. Auf Grund der Grösse sind all diese Dinge in Kanada nicht möglich. Meine Erfahrung in der Schweiz hat gezeigt dass eben auch diese gut organisierten Ligen ein Plus sind, so etwas haben wir in Kanada halt einfach nicht. Ich glaube in Kanada ist Ballhockey mehr ein Freizeitsport, während in Europa mehr auf Struktur und Leistung Wert gelegt wird. Ich glaube auch dass das Spiel als Ganzes sich verändert hat und über die letzten Jahre die Intensität etwas kleiner geworden ist.

Das Ziel bleibt Gold, das hast du uns ja schon klar gesagt. Wer zählt denn deiner Meinung nach zu den grössten Konkurrenten in Zug?

Naja die Geschichte zeigt, dass Tschechien und die Slowakei wie eigentlich an jeder Weltmeisterschaft um die Medaillen spielen werden. Die Slowaken wollen versuchen ihren Titel zu verteidigen und Tschechien hat zuvor zwei Mal Gold gewonnen und ist immer ein ganz starker Gegner. Und ja natürlich, wir spielen in der Schweiz, da wird auch die Schweiz ihre besten Spieler zur Verfügung haben und wird mit dem Heimvorteil ein harter Gegner sein. Auch bei den anderen Teams weiss man nie. Die USA beispielsweise haben in der jüngsten Vergangenheit immer gross aufgespielt. Es wird auf jeden Fall interessant, weil man nie genau weiss wie stark die restlichen Nationen auftreten werden.


Kannst du uns schon etwas über das kanadische Team sagen? Auf welche Stars dürfen sich die Fans in der Schweiz freuen?

Ich glaube es macht eigentlich immer Spass uns zuzusehen, weil da doch einige talentierte Spieler vorhanden sind. Wir versuchen immer als Team aufzutreten, auch wenn die Jungs ausserhalb der WM nicht zusammen spielen. Wir werden einige erfahrene Spieler im Team haben aber auch neue Gesichter die sicherlich ihren Spass an der grossen Spielfläche in Europa haben werden. Stars? Ich glaube alle sind Stars nun kommt es darauf an wer am meisten Biss hat und wie schnell wir uns zu einem Team formen können. Individuelle Stärke ist nicht erfolgsbringend, was zählt ist dass alle in die gleiche Richtung gehen und jeder fokussiert ist auf die Dinge die wichtig sind. Einzelspieler gewinnen Awards, Teams gewinnen Meisterschaften.


In rund einem halben Jahr startet die WM in Zug. Wie sieht der Weg der kanadischen Nationalmannschaft bis dann aus?

Wie schon erwähnt ist es sehr schwer das Team für ein gemeinsames Training zusammen zu bringen zu können, weil die Spieler über das ganze Land verteilt sind. Ich weiss, dass die Spieler regelmässig in ihren Teams spielen und so ist es in ihrer Verantwortung sicherzustellen, dass sie bis im Juni in Topform sein werden. Alles was wir tun können ist sie dabei zu unterstützten, aber ansonsten zählen wir darauf dass die Spieler in Bestform sind wenn wir in die Schweiz reisen. Zusammen mit unserem Head-Coach Mat Lebrun können wir zumindest Zusammenzüge für die Spieler welche aus der Region Montréal stammen organisieren. Wir sind aber guten Mutes, dass wir im Juni bereit sein werden und freuen uns auf das Turnier in Zug.



 
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